Rundbrief November 2014

neuer Lehmofen mit Einhausung

neue Gruppe – neues Glück

Liebe Unterstützer*innen, Freund*innen und Interessierte,

es gibt (mal wieder) eine neue Gruppe, ein neues Konzept, neue Baustellen und viel zu wenig Menschen. Also kommt vorbei und bringt euch ein!

Lehmofen (groß)
Heizkompost in Arbeit
Solarthermieanlage
Elmos Küche für alle (in Bau)

Imma wieda WeitAA
Seit diesem Spätsommer gibt es in der Werkstatt für Aktionen und Alternativen mal wieder eine neue Gruppe. Und es gibt wieder einiges an neuen Plänen. So wurde ein „3 Jahres-Plan“ aufgestellt zum Hausausbau. Wie das Haus in 3 Jahren aussehen soll, könnt ihr auf einer Zeichnung auf dem Blog waa.blogsport.de begutachten. Herzstück des Ausbaus ist ein „Bewegungsraum“, der auf den Anbau des Hauses aufgestockt werden soll, und im doppelten Sinne ein „Bewegungsraum“ sein soll: Zum einen weil er groß genug sein soll für Bewegungsaktivitäten wie Theater, Gymnastik, Yoga oder Sportarten wie Tischtennis, zum anderen weil er für „die Bewegung“ nutzbar sein soll für größere Treffen, für Seminare, Vorträge u.s.w.
Im März 2015 soll das Café fertiggestellt und am 28. März eröffnet werden mit Fußboden-Zentralheizung, die mit Solarthermie und einem Heizkompost gespeist wird. Dieses Konzept hat einen eindeutigen Vorzeigecharakter, da Heizkomposte bisher sehr selten und sehr unterschätzt sind.

Träger_innenkreis
Um die WAA nachhaltiger betreiben zu können wollen wir einen Träger_innenkreis um die WAA aufbauen, um es Menschen, die nicht vor Ort sind, leichter zu machen die WAA solidarisch zu unterstützen. Dadurch sollen Aufgaben die nicht vor Ort erledigt werden müssen breiter verteilt werden – denn die aktuelle, recht dünne, Besetzung der WAA kann das nicht alles alleine leisten, während sie allen „Konsument_innen“ der WAA hinterherputzen muss. Es soll etwa 3 Mal im Jahr Treffen im Rahmen des Träger_innenkreises geben. Näheres wird dazu bald auf dem Blog zu finden sein, ihr könnt aber gerne schon mal eine Mail schreiben, wenn ihr Interesse habt, euch so einzubringen: waa@riseup.net
Zusätzlich wird es eine Kampagne geben, um die laufenden Kosten der WAA breiter umzulegen: 50 mal 5€, 20 mal 20€! Durch viele monatliche Kleinbeträge (und einige größere) könnte die WAA bald auf relativ sicheren finanziellen Beinen stehen.

Was wollen wir hier eigentlich?
Die Werkstatt für Aktionen und Alternativen wird eine offene Projekteplattform (bleiben). Es ist einiges am Haus zu tun und wir sind mittendrin. Derzeit liegt der Fokus auf dem Bauen – was erstmal gut ist, damit der Raum der nutzbar wird. Doch Bauen ist nicht alles. Wir wünschen uns wieder mehr politische Veranstaltungen für die WAA. Noch können wir kein monatliches Programm auf die Beine stellen, aber es gibt einige Ideen für Themenabende und wir haben vor, uns mehr in der Region zu vernetzen und Austauschbesuche mit politischen Projekten in anderen Regionen Europas und der restlichen Welt zu organisieren. Denn nur wenn wir voneinander wissen, können wir uns auch unterstützen!
mehr dazu in Zukunft unter Termine: waa.blogsport.de/termine

Aus früheren Fehlern soll gelernt werden. Wenn nach und nach der Standard sinkt, liegt das oft daran, dass einige den Rest hängen lassen. Wir haben uns deshalb für gemeinsame Putz- und Arbeitseinsätze entscheiden, um gemeinsam mehr zu erreichen. Zudem soll mehr Über Bedürfnisse und Ansprüche kommuniziert werden, um im Alltag mehr aufeinander eingehen zu können. Offene und kostenlos nutzbare Infrastruktur kann nur funktionieren, wenn alle von sich aus Energie rein stecken.
Um genauer auf die Ursachen der Auflösung der vorherigen Gruppen einzugehen, fehlt es jedoch an einer systematischen Aufarbeitung, da es sehr komplexe Prozesse waren, die die Menschen dieser Gruppe zu der Entscheidung gebracht hat, sich aufzulösen. Vielleicht lässt sich dazu in der Zukunft mehr sagen.

Konkret: Nachdem sich einige des neuen Teams schon wieder verabschiedet haben, ist die aktuelle Gruppe zu klein und kann nur das Nötigste schaffen. Wir suchen daher Menschen, welche die Idee der offenen Projektplattform mittragen wollen und sich an der Verbesserung der Hausinfrastruktur beteiligen. Wenn Du Interesse hast, schreib eine Mail, ruf an und komm vorbei. Bei einer Tour durch Haus und Garten sind wir zudem gespannt auf Deine Ideen!

Was wurde erreicht und wie geht es weiter?
Seit dem letzten Winter wurde der Vorgarten entmüllt, die Asbestplatten von der Hausfassade entfernt und entsorgt und im Garten wurden Dächer für die Tomatenpflanzen und Gartengeräte gebaut. Ebenso entstand ein großer Lehmofen mit Dach. Das A-Haus ist bewohnbar und bekommt mit einer Strohdämmung nach und nach den letzten Schliff.
Im Keller riecht es nach Äpfeln, die dort gelagert werden und neben den eingemachten Kirschen stehen Gläser mit Kürbischutney, Pflaumenmus – der diesjährigen Ernte.

Nach einem Perspektiventreffen im August hatte die neue Gruppe einen kraftvollen Auftakt mit der Lehmbaustelle im zukünftigen Café. Nach einem überfälligen Hausputz wurde die Offenheit des Hauses erneut auf eine Probe gestellt, leider ohne Absprache über die Zusammenarbeit bei reproduktiven Tätigkeiten. Das kostete für beide Gruppen Energie, sodass keine dauerhafte Basis für Koexistenz entstehen konnte.

Bei einem Baustellentreffen im September trafen sich „neue“ und „alte“ Menschen, um unsere zukünftigen Schritte zu planen und um zu beraten, was die WAA dringend braucht, damit die Substanz erhalten bleibt.
Doch nur bei dem Nötigsten ist es nicht geblieben. Nachdem klar war, dass die Ausbauphase weitergehen soll wurde ein Gesamtplan überlegt, der möglichst in den nächsten 2 Jahren durchgeführt werden soll. Viele alte Überlegungen zum Ausbau sind mit eingeflossen, viele auch durch neue ersetzt und im Endeffekt entstand ein neues Heizkonzept, das im Folgenden näher ausgeführt ist.

Neues Heizkonzept
Um es im Winter warm zu haben und gleichzeitig dem ökologischen Anspruch des Projektes gerecht zu werden, wurde das Heizkonzept überarbeitet: Anstatt wie bisher mit Elektroboiler soll der Warmwasserbedarf mittels Solarthermie und Heizkompost gedeckt werden.

Solarthermie
Im Oktober gab es ein Seminar zu dem Thema Solarthermie. 1 Woche lang wurden Solarthermie-Platten an die Hauswand angebracht, Wärmespeicher aufgestellt und viel gerechnet und rumprobiert.
Vier Panels sind seit Mitte Oktober an der Wand und warten zusammen mit zwei Wassertanks darauf, angeschlossen zu werden. Dafür braucht es noch Rohre und Heizkörper im Haus mehr

Heizkompost
Brennholz gilt als CO2-neutral, viel besser ist es aber, Strauchschnitt aus der Region zu zerkleinern, mit anderer Biomasse zu mischen und auf einer großen Kompostmiete zur langsamen Verrottung anzusetzen. Durch eingebaute Wärmetauscher lässt sich die über ein Jahr entstehende Wärme zur Erwärmung von Wasser nutzen. Weil Bäume tiefer wurzeln als die meisten anderen Pflanzen, sind sie reich an Minerialien aus tieferen Erdschichten. Anstatt sie zu verbrennen können wir sie dadurch im eigenen Garten zur Aufwertung von Beeten verwenden.
Aus Geldmangel wurde noch nicht alles Material gekauft – konkret fehlt es noch an Zaunelementen bzw. Doppelstabmatten als Einfassung und für die Warmetauscher. Wir haben mehrere Fundraisinganträge zur Finanzierung gestellt und erwarten guter Dinge die Antworten.
Bisher wurde die Stelle vorbereitet und eine Folie ausgebreitet. Einige erinnern sich vielleicht an das Gestrüpp in der Südwestecke des Gartens. Diese wurden gehäckselt und dienen hoffentlich bald zum Heizen.
Demnächst brauchen wir noch eine Menge Hilfe beim Schippen der Biomasse. Mehr

Wasserspeicher und Rohrsystem
Leider wurde die Baustelle abgesagt, sodass wir uns umorientieren müssen. Hilfe, insbesondere von Menschen mit Erfahrung beim Kupferlöten ist sehr willkommen.

Siebdruckwerkstatt
Wir haben eine Siebdruckwerkstatt überlassen bekommen. Das ist großartig. Nicht nur weil damit tolle, kritische Motive verbreitet werden können, sondern weil damit dies auch helfen kann, die WAA finanziell zu unterstützen. Schreibt uns, wenn ihr Ideen für Motive habt oder T-Shirts bestellen wollt! Mehr

Was passiert im Garten?
Derzeit genießen wir die Früchte dieser Anbausaison: Kürbisse, Bohnen, Erdbeeren, Himbeeren und vieles mehr. Für die nächste Saison hat sich noch keine Anbaugruppe zusammengefunden. Falls du Interesse hast Teil einer solchen Gruppe zu werden, oder sie zu initieren, wäre das super.
Im hinteren Teil des Gartens etabliert sich der Wagenplatz. Die Gemeinschaftsküche für den Wagenplatz ist noch immer in Planung.

Langfristige Planung für den Hausausbau
Derzeit sind wir dabei einen längerfristigen Ausbau des Hauses zu planen. Zusammen mit einem befreundeten Architekten sind wir dabei einen Plan zu entwerfen, wie die WAA in 5 Jahren aussehen soll: Wintergärten, Seminarhaus aufstocken, Badehaus und vielleicht sogar Umlegung des Treppenhauses und des Eingangs.
Einige Ideen warten noch darauf, konkretisiert zu werden. Alle die Ideen und Lust haben, können dies also jederzeit tun.
Der Gesamtplan soll dann in einzelne Bauabschnitte untergliedert werden, die frühzeitig geplant und angekündigt werden, teilweise in Seminarform. So wird es für alle die Möglichkeit geben sich auf ihrem Wissensniveau einzubringen..

weitere Baustellen
Das Brennholzlager hat sich etwas gefüllt und weiteres kostenlos besorgtes Brennholz wartet darauf, gesägt zu werden. Im zukünftigen Café wurden die Wände mit Lehm geputzt, doch es ist noch nicht an der Zeit, Putzwerkzeug, sowie Lehm- und Sandkübel weg zu räumen. Die vom Asbest befreite Außenwand wurde teilweise verputzt, doch es sind noch viele Fugen zu füllen, aus denen der Kalk ausgewaschen wurde.
Zudem entsteht hier seit einigen Wochen eine mobile Küche für alle. mehr
Über weitere Baustellen und Seminare informieren wir auf unserer Webseite. Für langfristig Interessierte gibt es eine Bauliste, damit auch Menschen, die nicht vor Ort sind, an den Planungen teilnehmen können. Mehr

Finanzielles
Um den Schuldenberg abzutragen, werden weitere Direktkredite benötigt. Auch brauchen wir Geld für Baumaßnahmen und Unterhaltskosten. Die Rechnung ist simpel: je mehr Zeit wir für das Organsieren von Geld aufwenden müssen, desto weniger bleibt zum Bauen und für politische Arbeit.
Deshalb ist es vielleicht notwendig einen Träger_innenkreis aufzubauen, von Menschen, die zwar nicht in der WAA wohnen, aber sich nach ihren Möglichkeiten einbringen wollen, um eben diese Kontinuität aufzubauen. Innerhalb des Träger_innenkreises bräuchte es Menschen die ihre Fähigkeiten relativ verbindlich einbringen, aber auch Menschen die einfach dabei sind, mitdiskutieren, sich Gedanken machen und vernetzten.

So könnte die WAA wieder ein Ort der Stärke für die Bewegung lokal und überregional werden!

Wie genau so ein Träger_innenkreis arbeiten könnte, würden wir gern mit euch zusammen auf einem ersten Treffen besprechen. Und auch wie der Träger_innenkreis verknüpft sein soll mit der Spendenkampagne „100 mal 5, 20 mal 20“, die die WAA finanziell auf breitere Füße stellen soll.
Auch kleine Geldmengen helfen, doch besonders Daueraufträge ab 5€ ermöglichen uns, Baustellen zu planen und das Haus dauerhaft als politische Aktionsplattform zu erhalten und zu verbessern.
Was sonst noch gebraucht wird

frühere Rundbriefe