PM der WAA vom 13.04.

Pressemitteilung der WAA 13.04.2016

Hausdurchsuchung in der Werkstatt für Aktionen und Alternativen (WAA) in Düren (Gürzenich)


Düren-Gürzenich 13.04.2016.
Am Montagmorgen, den 11.04.2016 wurden die Räumlichkeiten der WAA in Düren und das Wiesencamp im Hambacher Forst durchsucht. Der Einsatz in der WAA wurde von ca. 60 Polizeibeamt_innen, mitunter von der Kriminalpolizei und Staatsschutz durchgeführt.

Den auf dem Grundstück der WAA befindlichen Menschen wurde weder der Grund des Einsatzes, noch der Durchsuchungsbefehl vorgelegt. Der wurde drei Stunden nach Beginn des Einsatzes für die WAA und dem Wiesencamp, an dem Wiesenbesitzer, übermittelt.

„Der Polizeieinsatz ist ein Sabotageversuch gegen den Braunkohlewiderstand nicht nur im Rheinland“, so Klima-Aktivist Heinrich Rosengarten.

Die Polizei isolierte sieben Menschen am Ort voneinander, durch Festnahmen oder das Verbot, sich auf dem Gelände zu bewegen oder es zu verlassen. So war ein Beobachten und Begleiten der Durchsuchung durch die anwesenden Personen nicht möglich. Der Kontakt zu unterstützenden Menschen wurde durch das Isolieren, Verhindern von Telefongesprächen und Beschlagnahmung von Telefonen unmöglich gemacht. Im Zuge der Hausdurchsuchung wurde eine Person vor Ort mit Kabelbindern festgenommen und über 24 Stunden in einer psychiatrischen Einrichtung in Düren festgehalten.

Bei der Durchsuchung der Räumlichkeiten wurden unter anderem Computer, Datenträger, Handys, schriftliche Aufzeichnungen und persönliche Briefe, Infomaterial sowie Klettergurte und Seile beschlagnahmt.

Die Werkstatt für Aktionen und Alternativen besteht seit 2011 in Düren Gürzenich. Sie wurde im Anschluss an das zweite Klimacamp im Rheinland eröffnet. Seitdem ist sie ein wichtiger Bestandteil des lokalen Braunkohlewiderstands. Von hieraus wurde mitunter die erste Waldbesetzung 2012 im Hambacher Forst begonnen.

„Wir wissen, dass der Klimawandel katastrophal voranschreitet. Die beschlossenen Maßnahmen in Paris und Berlin zur Energiewende werden mit Füßen getreten, indem neue Braunkohlekraftwerke und Tagebaue geplant und sich bereits im Bau befinden. Aus diesem Grund stellen wir uns diesen zerstörerischen Technologien in den Weg, mit all den uns zur Verfügung stehenden Mitteln. Wir merken erst dann, dass wir gefährlich sind, wenn sie uns, 7 Menschen, mit 60 Polizeibeamt_innen überrennen. Kohleausstieg ist Handarbeit“, so Tim Wiese von der WAA.

Weitere Informationen finden sie auf: waa.blogsport.de

Werkstatt für Aktionen und Alternativen (WAA)
Kallsgasse 20
52355 Düren Gürzenich


1 Antwort auf „PM der WAA vom 13.04.“


  1. 1 Kurt Claßen 19. April 2016 um 11:47 Uhr

    Die Federführung der konzertierten Aktion auf der Wiese und in der WAA hatte der Justizminister des Landes NRW, Thomas Kuchaty, als oberster Dienstherr der Staatsanwaltschaften NRW, er handelte gemeinschaftlich mit Innenminister Ralf Jäger als oberstem Dienstherrn der Polizei.

    Innenminister Jäger sind „mildernde Umstände“ zuzurechnen: Als der Einsatzleiter auf der Wiese, Polizeieinsatzführer Braun, mir mehr Bewegungsfreiheit auf der Wiese einräumen wollte, fuhr ihm Justinzminister Thomas Kuchaty durch seinen Staatsanwalt Dr. Jost Schützeberg in die Parade und untersagte dies. Ich wurde zum Eingang der Wiese hinauskomplimentiert, die Wiese durfte ich fortan nur in Begleitung eines zugeteilten Polizeibeamten betreten. Dazu ist es trotz mehrmaliger Nachfrage nie gekommen.

    Nachhaltig hat Justizminister Thomas Kuchaty durch seinen Staatsanwalt Dr. Jost Schützberg es vereiteln lassen, dass von mehr als 500 Einsatzkräften der Polizei auch nur ein einziger abkömmlich war, um mir und dem mitgeführten „Kameraauge“ die geforderte und gebotene Verfolgung und Inaugenscheinnahme der polizeilichen Maßnahmen auf der Wiese zu ermöglichen.

    Kurt Claßen
    19.04.2016

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