Tönnies-Schlachthof in Kellinghusen blockiert

Seit den frühen Morgenstunden blockieren über 50 Aktivist*innen vom Bündnis Gemeinsam gegen die Tierindustrie den Schlachthof von Tönnies in Kellinghusen, Schleswig-Holstein. Sie fordern, die Tönnies-Betriebe zu vergesellschaften und zu solidarisch organisierten Produktionsstätten für pflanzliche Nahrungsmittel umzubauen! gemeinsam-gegen-die-tierindustrie.org/toennies-schlachtfabrik-in-kellinghusen-besetzt-ticker / Twitter / Facebook -> Auszug aus der Pressemitteilung:

Kellinghusen, 2.11.2020. Seit 4:30 Uhr heute morgen steht der Schlachthof von Tönnies in Kellinghusen still. Sechs Aktivist*innen sind auf ein Dach geklettert und haben ein Banner mit der Aufschrift „Shut Down Tierindustrie“ heruntergelassen. Weitere fünf haben sich an der Verladerampe und dem Tor festgekettet und eine dritte Gruppe macht eine Sitzblockade auf der Zufahrt. Die Aktion verläuft unter strenger Einhaltung des Infektionsschutzes, alle Aktivist*innen halten entsprechend Abstand und tragen einen Mund-Nasen-Schutz.

„Die zweite Corona-Welle ist da. Die Bedingungen an den Schlachthöfen sind noch immer mit demInfektionsschutz völlig inkompatibel, daran hat sich nichts geändert. Darauf gibt es nur eine Antwort: Die Produktion muss jetzt beendet werden“ sagt Franziska Klein von Gemeinsam gegen die Tierindustrie.

„Die Arbeiter*innen in den Schlachthöfen werden brutal ausgebeutet – die Regierung will daran bislang nichts ändern, denn das geplante Verbot von Werkverträgen ist wegen der CDU/CSU erstmal vom Tisch. Außerdem heizt diese Industrie das Klima auf und fügt Tieren massives Leid zu. Die Industrie soll trotz aller fatalen Auswirkungen und Skandale unverändert am Laufen gehalten werden. Dagegen fordern wir, die Betriebe zu vergesellschaften, die Produktion auf Pflanzenverarbeitung umzustellen und den Landwirt*innen den Ausstieg zu ermöglichen.

”Seit Beginn der Pandemie sind Schlachthöfe immer wieder Corona-Hotspots. Tönnies ist ein Schwerpunkt-Betrieb, mit über 2.000 Infektionen in Folge eines einzigen Ausbruches Ende Juni amHauptsitz in Rheda-Wiedenbrück. Durch die wiederkehrenden Ausbrüche steckt die Schweinebranche in einer doppelten Krise: Die zahlreichen Corona-Infektionen führen dazu, dass Schlachthöfe schließen müssen oder mit verringerter Kapazität laufen. So entsteht in den Betrieben ein „Schweinestau“. Zugleich breitet sich die Schweinepest weiter aus und ruiniert das Exportgeschäft.

Franziska Klein kommentiert: „Die Schweine – intelligente, empfindsame, neugierige Tiere – gelten in dieser Branche nur als Waren, die möglichst effizient verwertet werden müssen. Das kapitalistische Wirtschaftssystem ordnet das Leid der Tiere dem Streben nach Profit unter. Es macht wenige Menschen reich und fügt vielen enormen Schaden zu. Auch immer mehr Bäuer*innen werden durch Konzernmacht und Wachstumszwang in den Ruin getrieben, während Deutschland mit der EU die Agrarwende blockiert. Dabei gibt es Alternativen! Wir müssen jetzt für sie kämpfen: Für eine Welt der Solidarität statt einer der Ausbeutung und Zerstörung.“

Der Tönnies-Konzern war in diesem Jahr bereits mehrfach wegen zahlreicher Corona-Infektionen und schlechter Arbeitsbedingungen in den Schlagzeilen. Im Sommer forderte der Konzern außerdem 40.000 Euro Schadensersatz von einer Gruppe von Aktivist*innen, die unter dem Namen „Tear Down Tönnies“ bereits im Oktober 2019 den Schlachthof in Kellinghusen blockierten.Das Bündnis Gemeinsam gegen die Tierindustrie solidarisiert sich mit der heutigen Aktion auch mitden betroffenen Aktivist*innen sowie mit Bürgerinitiativen und Gruppen, die sich vor Ort gegen den Schlachthof einsetzen.

„Das jetzige Agrarsystem können wir nur durch entschlossenen gemeinsamen Widerstand verändern“, sagt Franziska Klein. „Wir lassen uns nicht einschüchtern!“

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ergänzung von mitte november:

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Wenn ihr euch in unseren Newsletter eintragen wollt schreibt eine Mail
mit den Betreff newsletter, an mail@gemeinsam-gegen-die-tierindustrie.org
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Hier ist unser aktueller Newsletter. Viel Spaß beim Lesen!

Leitet ihn gerne über passende Mailinglisten, an Freund*innen oder auf
Social Media weiter.

Solidarische Grüße
Gemeinsam gegen die Tierindustrie

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+++ for English, see below +++

Liebe Genoss*innen und Freund*innen,

die zweite Corona-Welle hat uns fest im Griff. Die Bedingungen an den
Schlachthöfen sind jedoch noch immer mit dem Infektionsschutz völlig
inkompatibel. Darauf gibt es nur eine Antwort: Die Produktion muss jetzt
beendet werden. Doch von den Regierungen wird die Agrarwende weiterhin
blockiert, nicht zuletzt durch die Aufrechterhaltung der
industriefreundlichen Gemeinsamen Agrarpolitik der EU. Daher haben wir
die Agrarwende selbst angepackt und einen Tönnies-Schlachthof blockiert.

# Aktions-Bericht: Tönnies-Blockade in Kellinghusen

Am Montag den 2. November blockierten wir mit mehr als 60 Aktivist*innen
die Schlachtfabrik von Tönnies in Kellinghusen (Schleswig-Holstein).
Sechs Aktivist*innen sind auf ein Dach geklettert und haben ein Banner
mit der Aufschrift „Shut Down Tierindustrie“ heruntergelassen. Fünf
haben sich an der Verladerampe und dem Tor festgekettet und zwei weitere
Gruppen blockierten mit Sitzblockaden die beiden Zufahrten. Da sich
mehrere Aktivist*innen aneinandergekettet hatten, wurde die Räumung
erschwert und die Blockade konnte 10 Stunden aufrechterhalten werden.

Hier findet ihr unsere Pressemitteilung sowie unseren Pressespiegel:
https://gemeinsam-gegen-die-tierindustrie.org/presse

Bilder von der Aktion:
https://gemeinsam-gegen-die-tierindustrie.org/kellinhusen-toennies-schlachtfabrik-blockiert-foto-galerie/

Und hier ein Aktionsvideo:
https://gemeinsam-gegen-die-tierindustrie.org/aktionsvideo-von-der-toennies-blockade-november-2020/

# Neues Bündnisvorhaben: Studie über die Subventionen der Tierindustrie

Wir wollen uns weiter in den öffentlichen Diskurs um die Tierindustrie
einmischen – auch mit Fakten und Positionen. Dafür arbeiten wir derzeit
an einer Studie, über welche Wege und in welchem Ausmaß die
Tierindustrie durch öffentliche Gelder gefördert wird. Es handelt sich
um Milliarden von Euro, die jedes Jahr in diese Branche fließen – über
Agrarsubventionen, Investitionsförderung, aber beispielsweise auch in
Form von reduzierten Mehrwertsteuersätzen. Einige dieser Zahlen sind
derzeit nicht allgemein bekannt. Mit der Veröffentlichung werden wir
diese immense staatliche Unterstützung für eine klimaschädliche,
ausbeuterische und gewaltvolle Industrie skandalisieren und zugleich den
Umbau des Landwirtschafts- und Ernährungssystems fordern. Wenn ihr an
diesem Projekt mitarbeiten möchtet – besonders wenn ihr Wissen oder
Expertise habt, die bei der Recherche nützlich sein könnten, oder wenn
ihr Grafik-Skills habt –, meldet euch bei uns! Unsere Mail-Adresse:
mail@gemeinsam-gegen-die-tierindustrie.org.

# Offener Brief an die Regierungsfraktionen: Keine Verwässerung der
Gesetzesinitiative zur Fleischindustrie!

Zusammen mit Vertreter*innen aus Gewerkschaften, Kirchen,
Umweltschutzorganisationen und wissenschaftlichen Einrichtungen haben
wir einen offenen Brief an die Regierungsfraktionen unterzeichnet.

Am 29. Oktober sollte der Deutsche Bundestag in letzter Lesung den
Entwurf der Bundesregierung für das Arbeitsschutzkontrollgesetz in der
Fleischindustrie verabschieden. Auf Druck von Teilen der CDU/CSU wurde
die Abstimmung nun verschoben. Die Gegner*innen des Gesetzesentwurfs
wollen unter anderem das geplante Verbot von Leiharbeit verhindern.

Werkverträge und Leiharbeit in der Fleischbranche müssen endlich
abgeschafft werden. Und auch die Ausbeutung von Beschäftigen in anderen
Branchen muss endlich Konsequenzen haben, vom Paketdienstleister bis zur
Landwirtschaft! Der Gesetzesentwurf ist ein Anfang: wir fordern die
Bundesregierung auf, das geplante Arbeitsschutzkontrollgesetz nicht zu
verwässern!

Den Brief in voller Länge mit allen Unterzeichner*innen findet ihr hier:

https://www.labournet.de/wp-content/uploads/2020/11/fleischgesetz-offenerbrief.pdf

# Mitmachen

Wir freuen uns weiterhin sehr über motivierte Menschen, die sich
ebenfalls gegen die Tierindustrie einsetzen möchten! Wenn du dich
einbringen möchtest, kannst du uns gerne schreiben:
mail@gemeinsam-gegen-die-tierindustrie.org

Vom 20. bis 22. November findet unser nächstes Bündnistreffen statt. Wir
treffen uns auch dieses Mal wieder online. Es gibt aber die Möglichkeit
gemeinsam lokal am Treffen teilzunehmen. Gerade für Leute, die bei uns
reinschnuppern wollen, ist das eine super Gelegenheit, um uns und das
Bündnis kennenzulernen. Wenn du dich für das Treffen anmelden möchtest
und mehr Infos möchtest, melde dich gerne per Mail!

Das anschließende und damit letzte Treffen in diesem Jahr findet am
Wochenende 11. bis 13. Dezember statt. Die Termine für nächstes Jahr
geben wir mit dem nächsten Newsletter bekannt.

# Spenden

Um weitere Aktionen durchführen zu können, brauchen wir auch finanzielle
Unterstützung. Zusätzlich zum benötigten Material und den Fahrtkosten
der Aktivist*innen müssen wir leider auch mit Repressionskosten rechnen.
Wenn ihr uns finanziell unterstützen wollt und könnt, spendet bitte an
folgendes Konto:

Konto: Spenden und Aktionen
IBAN: DE29 5139 0000 0092 8818 06
BIC: VBMHDE5F
Bank: Volksbank Mittelhessen
Betreff: Gegen Tierindustrie (unbedingt mit angeben)

# Unsere Social-Media-Kanäle

Seit kurzem sind wir mit unserem Podcast auch auf Spotify vertreten:
https://open.spotify.com/show/76IeI4Tble4gOXxb5RPd4w?si=UALO8ydlTU6sUpR4BHHq-Q

Folgt uns gerne auch auf Social Media, um noch schneller informiert zu sein:

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Youtube: https://www.youtube.com/channel/UCGdLEX34sYcEl8edC0i6_1w
Soundcloud: https://soundcloud.com/user-982321901

Solidarische Grüße

Bündnis Gemeinsam gegen die Tierindustrie
https://gemeinsam-gegen-die-tierindustrie.org
mail@gemeinsam-gegen-die-tierindustrie.org

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+++ English version +++

Dear comrades and friends,

the second corona wave has us firmly in its grip. However, the
conditions at the slaughterhouses are still completely incompatible with
infection control. There is only one answer to this: production must now
be stopped. But governments continue to block the agricultural change,
not least by maintaining the EU’s industry-friendly common agricultural
policy. That is why we have tackled the agricultural turnaround
ourselves and blocked a Tönnies slaughterhouse.

# Reports

On November 2nd more than 60 activists blocked the Tönnies slaughter
factory in Kellinghusen (Schleswig-Holstein). Six activists climbed onto
a roof and lowered a banner with the inscription „Shut Down Animal
Industry“. Five of them chained themselves to the loading ramp and the
gate and two other groups blocked the two access roads with sit-ins.
Since several activists had chained themselves together, the evacuation
was made more difficult and the blockade could be maintained for 10 hours.

Under the following links you find photos of the action and an action video:
https://gemeinsam-gegen-die-tierindustrie.org/kellinhusen-toennies-schlachtfabrik-blockiert-foto-galerie/
https://gemeinsam-gegen-die-tierindustrie.org/aktionsvideo-von-der-toennies-blockade-november-2020/

# New project: Study on subsidies to the animal industry

We want to continue to interfere in the public discourse about the
animal industry. Therefore we are currently working on a study on the
subsidies to the animal industry. It is billions of euros that flow into
this industry every year – through agricultural subsidies, investment
subsidies, but also, for example, in the form of reduced VAT rates. Some
of these figures are currently not generally known. With the publication
we will scandalize this immense public support for a climate-damaging,
exploitative and violent industry and at the same time demand the
restructuring of the agricultural and food system. If you would like to
participate in this project – especially if you have knowledge or
expertise that could be useful in the research, or if you have graphic
skills – please contact us! Our e-mail address is
mail@gemeinsam-gegen-die-tierindustrie.org.

# Open letter to the government factions: No dilution of the legislative
initiative on the meat industry!

Together with representatives from trade unions, churches, environmental
organizations and scientific institutions, we have signed an open letter
to the government factions.

On October 29th, the German Bundestag was to pass the Federal
Government’s draft for the Act on Control over Worker Protection in the
meat industry in its last reading. Following pressure from parts of the
CDU/CSU, the vote has now been postponed. Among other things, the
opponents of the law want to prevent the planned ban on temporary
employment.

Work contracts and temporary employment in the meat industry must
finally be abolished. And also the exploitation of employees in other
industries must finally have consequences, from the parcel service to
agriculture! The bill is a beginning: we call upon the Federal
Government not to water down the planned industrial safety control law!

You can find the letter in full length with all signatories here:
https://www.labournet.de/wp-content/uploads/2020/11/fleischgesetz-offenerbrief.pdf

# Join in

We are still very happy about motivated people who also want to stand up
against the animal industry! If you would like to get involved, you are
welcome to write to us: mail@gemeinsam-gegen-die-tierindustrie.org

Our next alliance meeting will take place from November 20th to 22nd.
This time we will meet online again, but it’s possible to meet locally
to join the meeting together. This is a great opportunity for people who
want to get to know us and the alliance. If you want to register for the
meeting and want more information, please contact us by mail!

The date for the follow-up meetings ist 11th to 13th December.

# Donations

To be able to carry out further actions, we also need financial support.
In addition to the material needed and the travel expenses of the
activists, we unfortunately also have to expect repression costs. If you
can and want to support us financially, please donate to the following
account:

Account: Spenden und Aktionen
IBAN: DE29 5139 0000 0092 8818 06
BIC: VBMHDE5F
Bank: Volksbank Mittelhessen
Reference: Gegen Tierindustrie (must be specified)

# Our social media channels

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Soundcloud: https://soundcloud.com/user-982321901

Gemeinsam gegen die Tierindustrie
https://gemeinsam-gegen-die-tierindustrie.org
mail@gemeinsam-gegen-die-tierindustrie.org


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