RWE nutzt Lockdown, um Bäume vor bedrohten Dörfern am Tagebau Garzweiler zu fällen +++ Anwohnende leisten trotz hohem Polizeiaufgebot Widerstand +++ Baumbesetzung seit den frühen Morgenstunden

RWE nutzt Lockdown, um Bäume vor bedrohten Dörfern am Tagebau Garzweiler zu fällen +++ Anwohnende leisten trotz hohem Polizeiaufgebot Widerstand +++ Baumbesetzung seit den frühen Morgenstunden

Erkelenz, 3.11.2020

Unmittelbar nach Inkrafttreten des zweiten Corona-Lockdowns hat der Kohlekonzern RWE heute mit Baumfällungen bei den bedrohten Dörfern Keyenberg und Lützerath begonnen, um den Braunkohle-Tagebau Garzweiler II auszuweiten. Anwohnende und Klimaschützer*innen leisten dagegen Widerstand. Ein Baum in der Nähe von Lützerath ist besetzt, um seine Rodung zu verhindern. Eine Prozession der Initiative „Die Kirche(n) im Dorf lassen“ wurde von der Polizei gekesselt, als sie sich der Baumbesetzung näherte. Die Aktiven tragen bei den Aktionen Masken und halten die Abstandsregeln ein, von Seiten der Polizei ist mindestens eine Hundertschaft im Einsatz. Das Bündnis „Alle Dörfer bleiben“ übt scharfe Kritik an der Fortführung des Kohletagebaus und der Klimapolitik der Landesregierung.

„RWE nutzt den Lockdown schamlos aus, um ohne Aufsehen Bäume fällen zu können“, sagt Alexandra Brüne von „Alle Dörfer bleiben“. „Der Kohlekonzern hofft, dass wir uns wegen der Pandemie nicht wehren können. Doch wir werden weiterhin um jeden Baum und um jeden Meter vor unseren Dörfern kämpfen.“

„Auf den Philippinen brauchen nach einem Super-Taifun 19 Millionen Menschen Hilfe und in Großbritannien wird das erste Dorf wegen des steigenden Meeresspiegels umgesiedelt – die Klimakrise ist bereits heute überall bittere Realität“, sagt David Dresen aus dem bedrohten Dorf Kuckum. „Es ist absolut unverantwortlich, dass RWE im Auftrag von Ministerpräsident Armin Laschet massenhaft Bäume fällt und Dörfer zerstört, um darunter nach klimaschädlicher Braunkohle zu graben. Dieser Wahnsinn muss endlich ein Ende haben.“

„Jedes Kind weiß, dass es jetzt überlebensnotwendig ist, Bäume zu pflanzen – anstatt sie zu fällen“, ergänzt Alexandra Brüne. „Damit alle Dörfer bleiben können – weltweit“.

Der Energiekonzern RWE ist bereits seit Juli diesen Jahres damit beschäftigt, die Landstraße L277 zwischen Keyenberg und Lützerath abzureißen. Im Zuge der Bauarbeiten kam es immer wieder zu heftigen Protesten von Anwohnenden und Klimaschützer*innen. Zwar ist der Asphalt bereits abgetragen, doch entlang der ehemaligen Landstraße stehen immer noch hunderte Bäume. Für die von Zwangsumsiedlung bedrohten Menschen bildet diese Baumallee eine wichtige Sichtschutzlinie zwischen dem Tagebau und ihren Dörfern.

www.alle-doerfer-bleiben.de Aktuelle Infos: www.twitter.com/AlleDoerfer

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