Der Hambacher Forst
und das
rheinische Braunkohlerevier.

Der Hambacher Forst gehörte mit seinem einzigartigen Ökosystem zu den letzten großen Mischwäldern in Mitteleuropa. Von seinem ursprünglichen 5.5oo Hektar sind heute noch nicht einmal mehr 1.000 Hektar vorhanden.
Der Wald wird von RWE, einem der größten deutschen Energiekonzerne, abgeholzt. In den kommenden Jahren soll er ganz dem Braunkohle-Tagebau Hambach weichen. Der Hambacher Forst, einst Bürgewald genannt, hat eine über mehrere Jahrhunderte alte Geschichte. Mit seiner einzigarten Vielfalt an Flora und Fauna bietet er vielen Lebewesen ein zu Hause. In den jetzt noch stehenden Resten finden sich Stieleichen und Rotbuchen, die über 200 Jahre alt sind. Er bietet vielen Zugvögeln jedes Jahr einen Zwischenstopp und wird von Waldkäuzen, Fledermäusen und Haselmäusen bewohnt.

Der Tagebau Hambach ist mit seiner Größe von ca. 8×10 Kilometern und einer Tiefe von fast 500m der größte in West-Europa. Das gesamte
Rheinische Braunkohlerevier umfasst 3 Tagebaue und mehre Kohlekraftwerke sowie Kohleveredelungsanlagen. Sie verarbeiten jährlich
ca. 100 Mio. Tonnen Kohle und sind damit die größte CO2 Quelle von Europa. Für die Braunkohleförderung mussten in den letzten 70 Jahren
über Tausende ihre Dörfer verlassen und weitere Dörfer stehen vor der Zwangsumsiedlung. Der Großteil des Stromes geht in die hier vorhandene Schwer-und Chemieindustrie, wo sich auch die Rüstungsindustrie von Rheinmetall hinter verbirgt. Desweiteren geht ein anderer Teil in die Tagebaue selbst zurück oder wird Exportiert.
Genau hier treffen die Interessen der Wirtschaft, Politik und Konzernen auf Widerstand. Manche bleiben in den Häusern, die RWE abbaggern will. Andere besetzen Bäume, die gerodet werden sollen und Pflanzen auf der zum Abraum bestimmten Erde Gemüse an. Auf nächtlichen Rundgängen verschwinden Mackierungspfähle und Maschinen werden von sämtlicher Elektronik befreit. Seit Jahrzehnten wird sich gewehrt u.a. gegen Zwangsumsiedlungen, Bergschäden und Feinstaub-Belastungen. Mit Kunstausstellungen und Fahrraddemos, (Obst-) Wiesenbesetzungen und Kohlezugblockaden leisten Umweltbewegte und Aktivistinnen Widerstand gegen die Zerstörung.Dies führte zu einer Repressionswelle gegen internationale Aktivist_innen. Von Durchsuchungen, DNA-Ahnahme bis hin zu Inhaftierungen.
Doch der Widerstand geht weiter.

Weitere Informationen unter: hambacherforst.blogsport.de