Kurz zusammengefasst bauen wir unser Projekthaus DIY-mäßig aus, um offene Werkstätten einzurichten, und in unserem 2.000 m² großen Garten ist ein großer Teil ein Gemeinschaftsgarten (neben einem kleinen Wagenplatz, und einer Wiese für Camps und sonstiges).
Da die meiste Energie hier gerade in den Ausbau fließt, und dieser am kostspieligsten ist, haben wir uns entschieden, zur Finanzierung mehrere Fundraising-Anträge bei verschiedenen Stiftungen zu stellen. Darin sehen wir einen doppelten Nutzen: Zum einen soll der Ausbau selbst als Demonstrations- und Lernfeld für ökologisches Bauen dienen, zum anderen sollen die fertigen Räumlichkeiten dann als offene Werkstätten von allen genutzt werden können.

Unser in diesem Jahr beschlossenes neues Heizkonzept sieht die Umstellung auf eine Kombination einer Solarthermie-Anlage mit dem Bau eines Heizkompostes vor. Diese beiden neuartigen und äußerst ökologischen Methoden der Warmwassergewinnung ergänzen sich ideal und sind auf viel Haustypen mit minimalem Grundstück übertragbar.

Wir bauen das Projekthaus auf ökologische Weise aus. Darunter verstehen wir – wo es möglich ist – mit lokalen Naturbaustoffen zu arbeiten, allen voran Holz und Lehm. Diese Praktiken wollen wir verbinden mit Bauseminaren, sie einer größeren Öffentlichkeit zugänglich machen: Nicht nur als ökologisch sinnvolle Variante zu bauen, sondern auch als subsistente, nicht-monetäre Renovierungsmethode für Menschen mit wenig Geld. Nicht zuletzt auch deswegen, weil es eine erdende und selbst-ermächtigende Erfahrung ist, mit dem Lehm aus dem eigenen Garten zu bauen. Über dabei gemachte Erfahrungen schreiben wir regelmäßig auf unserem Blog.
Wenn es nicht möglich ist, mit lokalen Naturbaustoffen zu arbeiten fängt oft das Abwägen an. Lieber ein teures Öko-Produkt einkaufen, oder den umsonst abgegebenen konventionellen Baustoff verwenden, der noch irgendwo übrig war? Gleicht der hohe Dämmfaktor eines Produktes seine benötigte Herstellungsenergie aus? Viele solcher Entscheidungen sind zu treffen und es ist ein spannender Prozess. Dennoch kollidiert allzu oft der Anspruch absolut ökologische Materialien zu verbauen mit dem Anspruch, möglichst wenig Geld auszugeben. Dann heißt es, erfinderisch werden, neue Wege gehen, oder sehr oft auch: Von alten Bautechniken lernen und sie mit neuen ergänzen.

Wir sind der Meinung: ökologisches Bauen soll keine Nische für Menschen bleiben, die sich teure Baustoffe leisten können. Wir suchen Wege, gut und gleichzeitig möglichst nicht-monetär zu bauen.
Daran arbeiten wir mit befreundeten Architekten und errichten ein Netzwerk mit Expert_innen verschiedener Zünfte und Bautechniken. Expertise soll verbunden werden, mit kreativem Experimentieren. Das Bauen selbst geschieht in verschiedenen Modi: Teilweise veranstalten wir Bauseminare, bei denen viele Teilnehmer_innen etwas Spezifisches lernen können unter Anleitung einer Expertin. Einige Bereiche erfahren eine permanente Verbesserung als „offene Baustelle“, die nach Anmeldung und Absprache mit Erfahrenen für alle Interessierten zum Lernen offen ist.

Im Ausbauplan, den wir zusammen mit unserem Architekten entworfen haben und für den wir einen Bauantrag stellen, ist ein Anbau und eine Aufstockung vorgesehen. Für diese Baustellen ist eine große Sommerbaustelle angedacht, zu der auch reisende Handwerker_innen eingeladen werden. Bei allen Bauabschnitten, und -modi überlegen wir uns, wie wir daraus eine Lernerfahrung für möglichst viele machen können. Teil davon ist die Dokumentation, die anschließend im genutzten Raum und im Internet sichtbar gemacht wird.

Zu den geplanten offenen Werkstätten
Das gesamte Haus soll nach dem Ausbau (und soweit möglich auch schon während dem Ausbau) eine offene Werkstatt sein – wobei der Begriff „Werkstatt“ von uns weiter gefasst wird, nämlich im Sinne von Raum in dem an einer besseren Gesellschaft „gewerkelt“ wird. Das umfasst zum Beispiel auch Büro, Bibliothek und Seminarraum. Als Werkstätten im engeren Sinne wollen wir aufbauen: Eine große Holz- und Metallwerkstatt (durch Zusammenlegung von den bisherigen drei kleineren Werkstatträumen), eine Kreativwerkstatt zum Basteln und Malen, und ein repair-café als öffentlichstem Teil des Hauses. Wir wünschen uns das Haus als Ort an dem sich Ideen gegenseitig anstecken können. Durch die verschiedenen Bereiche wird es Menschen geben, die auf unterschiedliche Weise mitarbeiten und unterschiedlich lange da sind. Die einen zum Beispiel für ein Seminar, die anderen kommen nur für einen Abend ins repair-café, die dritten arbeiten gerade an einer Anti-Kohle-Kampagne und die vierten wohnen auf dem Wagenplatz im Garten. In der Mitte des Hauses soll es einen großen Raum geben in dem dies alles zusammenkommen kann, um über den Austausch zahlreiche Synergie-Effekte zu ermöglichen.

Geschichte des Projektes und Motivation
2011 wurde ein altes Haus mit erheblichem Renovierungsstau als „Werkstatt für Aktionen und Alternativen“ von einer Projektgruppe zusammen mit der „Stiftung Freiräume“ gekauft. Die Stiftung hat einen Teil des Kaufpreises zugegeben, steuert darüber hinaus jedoch nichts bei, sondern fungiert lediglich als Rechtsträgerin des Projekthauses. Vor Ort agiert die Projektgruppe autonom. Die Werkstatt für Aktionen und Alternativen wurde in Düren errichtet, weil diese Stadt an das rheinische Braunkohlerevier grenzt. Durch die Aktivitäten in dem Projekthaus sollen Alternativen zur fossilen Energieerzeugung, und dem gesamten – auf Extraktivismus basierenden Wirtschaftssystem – aufgezeigt werden.
Wir glauben, dass gerade angesichts des enormen Energiebedarfs unserer Gesellschaft, alternative Lebensweisen gefunden werden können und sollten, um unseren Kindern nicht nur eine weniger zerstörte Welt zu hinterlassen, sondern um ihnen auch neu entwickelte Techniken der Energie-Erzeugung zu vermitteln.
Dazu zählen insbesondere erneuerbare und CO2-sparende Heizmethoden, um unsere Abhängigkeit von fossilen Brennstoffen zu verringern.